Einen Komposthaufen richtig anlegen

19.08.2019 18:00

Einen Komposthaufen richtig anlegen

Wenn du die Möglichkeit zum Kompostieren hast, dann solltest du diese unbedingt nutzen. Ein Komposthaufen macht kaum Arbeit, ist aber ein unglaublich wichtiger Lieferant für tollen kostenlosen Humus. Damit noch nicht genug: Er schont die Umwelt durch weniger Müllbelastung, bietet vielen wichtigen Lebewesen ein Ökosystem und bindet ganz nebenbei CO2 aus der Luft.  Zudem freut sich auch dein Geldbeutel, denn mit einem Komposthaufen fallen geringere Entsorgungskosten auf dem Wertstoffhof bzw. niedrigere Gebühren für die Biotonne an.

Viele Menschen verzichten auf Kompost in ihrem Garten oder Schrebergarten, da sie Angst vor Geruchsbelästigung durch die verrottende Biomasse haben. Hier können wir dich ganz klar beruhigen: Deine Nase wird nicht gestört werden. Selbst bei der Kompostierung von Fäkalien aus deiner Trenntoilette entstehen keine unangenehmen Gerüche.

Du hast noch keinen eigenen Komposthaufen, möchtest jetzt aber loslegen? Wir gratulieren zu dieser schlauen Entscheidung und erklären dir, wie es geht und was du beachten musst.

  1. Der richtige Standort
    Der Komposthaufen sollte optimaler Weise im Schatten bzw. Halbschatten und in einer windgeschützten Ecke liegen. Dieser Standort sorgt dafür, dass das Biomaterial nicht so schnell austrocknet. Wenn das zu zersetzende Material zu trocken ist, dann verlängert sich die Zersetzungszeit erheblich. Damit die Sonne auch während der Wintermonate den Kompost und seine Bewohnertierchen wärmen kann, solltest du darauf achten, dass in dieser Zeit Sonneneinstrahlung möglich ist.
     
  2. Die richtige Größe
    Je nachdem, wie viel an kompostierbarem Material in deinem Garten und/oder Haushalt anfällt, sollte die Grundfläche des Haufens angepasst werden. Erfahrene Hobbygärtner nehmen als Grundformel ein Maß von 100 x 100 x 100 cm. Dieser Kubikmeter reicht für eine Gartenfläche von 400 Quadratmetern aus.
     
  3. Der richtige Untergrund
    Der Untergrund deines Komposthaufens sollte immer direkten Kontakt mit dem Erdboden haben, also bitte nicht auf Stein, Kies oder Beton positionieren. Denn durch den Erdboden halten die nützlichen Kleinstlebewesen, die deine Bioabfälle zersetzen, Einzug in den Kompost. Damit es nun richtig losgehen kann, solltest du zunächst eine ca. 20 cm hohe Starterschicht einfüllen. Diese Schicht kann beispielsweise eine Mischung aus zerkleinertem Baum- oder Heckenschnitt, altem Laub und Rasenschnitt sein. Beim weiteren Auffüllen solltest du immer schauen, dass nicht zu viel von nur einem Material eingefüllt wird, denn dies behindert die Durchlüftung und kann zu Fäulnis führen.
     
  4. Die richtige Pflege
    Eigentlich macht ein Komposthaufen kaum Arbeit. Du solltest trotzdem regelmäßig kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Dies fängt mit der Überprüfung der Feuchtigkeit an. Der Komposthaufen sollte feucht, aber nicht zu nass sein. Wenn es über einen längeren Zeitraum sehr stark regnet, dann empfiehlt es sich, eine Plane oder ähnliches zur Wasserabweisung über den Haufen zu hängen. Ist das Biomaterial hingegen zu trocken, das kann zum Beispiel in sehr heißen Sommern passieren, dann solltest du Feuchtigkeit zuführen.

Zusatzstoffe müssen eigentlich nicht zugegeben werden. Auch hier bestätigt wieder die Ausnahme die Regel. Sollte sehr viel Rasenschnitt oder Laub anfallen, kannst du Kalk (Algenkalk oder ähnliches) zugeben, dies verhindert, dass der pH-Wert in den sauren Bereich fällt. Hast du viel kohlenstoffhaltiges Material – also Stroh, Strauch- und Baumschnitt, Rinde oder ähnliches – dann kannst du stickstoffreiches Material wieoder atz und Hornspäne beimischen.

Abfälle, die Tiere, beispielsweise Ratten oder Waschbären, anlocken könnten, solltest du besser in den Hausmüll oder die Biotonne geben. Solltest du Fäkalien kompostieren, dann achte bitte darauf, dass diese immer gut mit anderem organischen Material abgedeckt sind.

Nun hast du die wichtigsten Grundregeln und Pflegetipps beisammen und kannst starten, deine anfallenden Bioabfälle zu tollem Humus aufzuwerten. Darüber wird sich nicht nur dein Garten freuen, sondern auch die Umwelt. Wir sowieso.