Toilet Week 2021: Jetzt mal ganz ehrlich –Tabus rund um Toiletten braucht kein Mensch

17.11.2021 08:00

Kildwick Toilet Week 2021_Tabu

Wir sind mehrmals am Tag auf sie angewiesen. Diskret und verlässlich hilft sie uns dabei unseren Hygienestandard hoch zu halten. Ein Leben ohne sie wäre kaum vorstellbar. Es ist an der Zeit sich bei ihr für den unermüdlichen Dienst zu bedanken. Anlässlich des World Toilet Days am 19. November sagen wir: 

Danke Toilette! Du bist einfach toll!

Denn ein stilles Örtchen nutzen zu können ist weltweit noch lange keine Selbstverständlichkeit. Viele Menschen müssen auf den Luxus eines eigenen Klos verzichten. Deshalb wollen wir Toiletten jetzt mal die Aufmerksamkeit geben, die sie verdienen. Und gleichzeitig ein bisschen hinter die Kulissen unserer so selbstverständlichen Toilettennutzung schauen.

Scheiße, Kacke & Co. – Wir machen kein Geheimnis draus

Gerade bei diesem Thema wollen wir kein Blatt vor den Mund nehmen und gesellschaftliche Tabus auch einfach mal hinterfragen. Schließlich haben wir alle einen Darm und eine Blase. Doch auch wenn wir so unglaubliche viele Wörter und lustige Umschreibungen für das große und kleine Geschäft haben, reden wir doch überraschend ungern über unsere täglichen Ausscheidungen.

Es war einmal ein Tabuthema – von beschämend bis eklig

Eigentlich leben wir in einer ziemlich offenen Gesellschaft. Es gibt aber bestimmte Sachverhalte, die nicht gerne beim Abendessen auf den Tisch gepackt werden.

Dazu gehören vor allem Dinge, die eigentlich ganz natürlich sind. So lässt sich das Thema Sex und Geschlechtsorgane nicht mit jedem einfach so locker bequatschen. Um Krankheiten kümmert man sich lieber in aller Stille und Alter und Tod verdrängen wir am liebsten ganz. Und auch wenn jeder auf’s Klo geht, sind Urin und vor allem Stuhlgang ein eher unangenehmes und oft unangemessenes Gesprächsthema.


©Kildwick

Jeder macht es, aber keiner redet (mehr) drüber

Es gab Zeiten, da war der gemeinsame Stuhlgang ein gesellschaftliches Event. Damals war es sicher niemandem unangenehm über seine Körperausscheidungen zu reden. Warum auch, wenn man dann eh live dabei war, wenn der Nachbar sein Geschäft verrichtet oder es vor einem auf der Straße landet.

Natürlich war das nicht die feinste Art und schon gar nicht hygienisch, aber so war immerhin niemand von den natürlichen Vorgängen seines Körpers (oder dem des Nachbarn) entfremdet. Durch die Erfindung des Wasserklosetts verschwand die Toilette in ein stilles Kämmerlein, zudem wurden immer mehr Benimmregeln und Konventionen wichtig. So wurde die Angelegenheit immer mehr zur Privatsphäre, über die man nicht gerne redet und die im geheimen stattfindet.

Das geht heute sogar soweit, dass es so manche Erfindung gibt, damit man die Darmentleerung weder hört noch riecht. In Japan kann man beispielsweise an manchen Toiletten einen Knopf betätigen, um Musik, Vogelgezwitscher oder ein Spülgeräusch einzuspielen, damit auch ja niemand das Erscheinen von Urin oder Feststoffen wahrnimmt. 


Apropos andere Kulturen – andere Länder, andere Sitten

Tatsächlich gibt es sehr große kulturelle Unterschiede im Umgang mit und der Bewertung von Exkrementen.

In Indien ist es teilweise sogar gefährlich sein Geschäft zu erledigen. Denn feste, eigene Toiletten sind hier in vielen Regionen noch eine Seltenheit. Vor allem Frauen gehen oft alleine in den Wald oder auf ein Feld, um sich zu erleichtern und müssen dort Angst vor Überfällen haben.

Auch die Nutzung von öffentlichen Toiletten ist keine gute Alternative, da es hier von Keimen und Bakterien nur so wimmelt. Zudem hält sich mitunter der Glauben, dass es auf Toiletten böse Geister gibt und die Nutzung nur etwas für Menschen von niedrigem Status ist.

Ein gutes Beispiel für einen positiven Umgang mit Ausscheidungen liefern Japan und Südkorea. Denn obwohl man hier etwas schamhaft ist,  freut man sich doch, wenn der Darmtrakt gut funktioniert. Essen und Stuhlgang gehören hier zusammen. Es gibt sogar einen Toilettengott. Schon ab dem Kindesalter wird hier eine dankbare Toilettenkultur gepflegt. Das spiegelt sich auch im Sprachgebrauch wider. Ein positives Vorzeichen für etwas Gutes wird zum Beispiel ganz liebevoll so beschrieben: „Bei so viel Gepupse ist die Kacke nicht fern.“ („Banguga Jajumyeon Ddong Daenda.“)

© @playpoopoo

Der Elefant im Raum – Wandel fängt im Kopf an

Es wird immer wichtiger Ressourcen zu schonen und natürliche Prozesse nachhaltig zu nutzen.

Aber mal Hand aufs Herz – die Basis für eine Nutzung von Exkrementen ist ein gesunder und schamfreier Umgang mit genau diesen. Eigentlich hat unser Verdauungssystem eh jede Menge Wertschätzung und öffentliche Bewunderung verdient.

Freundet euch mit dem Inhalt eures Klos an! Ruft es von den Dächern!

Die extreme Ablehnung eines so natürlichen Teils unseres Dasein verhindert nicht nur einen entspannten Umgang mit den wertvollen Rohstoffen, die unsere Ausscheidungen sein können. Sie macht uns auch unfrei. 

Klar ist es erstmal ungewohnt so nah an den eigenen Hinterlassenschaften dran zu sein, wie es bei einer Trockentrenntoilette der Fall ist – schließlich sind wir alle gewohnt, das mit einmal Spülen alles weg ist. 
Aber es eröffnet uns eben ganz viele Möglichkeiten unser Leben genau so und genau da zu verbringen, wo wir sein wollen – völlig unabhängig von Kanalisation und Co.  

Dein Körper und du – Kein Platz für ein Tabu

Andere Länder haben ihn schon und auch wir können einen entspannten Umgang mit unseren Ausscheidungen erreichen.

Jede(r) muss auf Toilette, bei allen macht es Geräusche und Gerüche. Und am Ende ist es doch etwas, was uns alle verbindet.  

Nur diese Woche:

Toilet Week Rabatt Aktion – schamlose Preisreduzierungen inklusive!

25% auf alle Trenneinsätze

25% auf alle FreeLoo Bausätze