Toilet Week 2021: Auf den Spuren des Wassers - warum weniger einfach mehr ist

15.11.2021 08:00

Kildwick Toilet Week Wasserverbrauch - weniger ist mehr

Wir sind mehrmals am Tag auf sie angewiesen. Diskret und verlässlich hilft sie uns dabei unseren Hygienestandard hoch zu halten. Ein Leben ohne sie wäre kaum vorstellbar. Es ist an der Zeit sich bei ihr für den unermüdlichen Dienst zu bedanken. 

Wir sagen Danke Toilette! Du bist einfach toll!

Denn ein stilles Örtchen nutzen zu können ist weltweit noch lange keine Selbstverständlichkeit. Viele Menschen müssen auf den Luxus eines eigenen Klos verzichten. Deshalb wollen wir Toiletten jetzt mal die Aufmerksamkeit geben, die sie verdienen. Und gleichzeitig ein bisschen hinter die Kulissen unserer so selbstverständlichen Toilettennutzung schauen. 

Das Thema mit dem Wasser: Kein grenzenloses Vergnügen

Heute wollen wir uns als erstes einmal anschauen, wie das Wasser zur Toilette kam bzw. die Toilette zum Wasser und warum es Sinn macht hier nach Alternativen Ausschau zu halten.

Es war einmal der Toilettengang – von 00 auf 100

Schon die Römer machten sich über die praktische Entsorgung von Ausscheidungen Gedanken. Hier war der Toilettengang ein gemeinschaftliches Erlebnis, wenn bis zu 60 Menschen auf den öffentlichen Latrinen zum fröhlichen Austausch zusammenfanden. Urin und Kot wurden schon damals in einen Abwasserkanal gespült.

Im Mittelalter wurde diese Idee aber wortwörtlich wieder zum Fenster rausgeworfen und man musste in den Gassen aufpassen, dass man nicht von einem fallenden Haufen erwischt wurde.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gab es einen bedeutenden Wandel und das Wasserklosett wurde in den ersten Häusern verbaut. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts waren Wasseranschlüsse, und dadurch auch das Klosett, in den Wohnungen der Großstädter Standard. Währenddessen hielten sich die Menschen in ländlichen Gegenden noch mit dem Plumpsklo über Wasser. Aber auch hier dauerte es nicht mehr lange und es hieß: Wasser marsch!

Kildwick Toilet Week 2021_3© Kildwick/Florian Manhardt

Aus den Augen, aus dem Sinn –  unser Wasserverbrauch auf dem Prüfstand

Nun sind schon einige Jahre ins Land gezogen, trotzdem hat sich das Toilettensystem kaum verändert. Durch moderne Spülkästen wird schon ein bisschen an Wasser gespart, trotzdem braucht eine normale Spülung immer noch mindestens 9 Liter. Bei Nutzung der Spartaste sind es 3 Liter, die einfach so im Rohr verschwinden.

Da eine gesunde Person bis zu acht Mal täglich das stille Örtchen aufsucht, kommt schnell eine unglaubliche Menge an Wasser zusammen, die nur dazu genutzt wird unsere Ausscheidungen auf dem Weg in die Kläranlage zu begleiten. Hochgerechnet verbraucht eine Person nur durch den Gang aufs Klo jährlich 12.775 Liter Wasser.

Das ist eine Zahl die man sich nur schwer vorstellen kann, deshalb haben wir das mal runter gerechnet: 35 Liter verbrauchen die Deutschen im Durchschnitt täglich für die Toilettenspülung. Das sind fast vier Kästen Wasser pro Tag oder 120 Kästen im Monat, die wir einfach ins Klo kippen – stell dir vor, du müsstest das alles erst einmal ranschleppen.
 

Abwasser ist nicht gleich Abwasser – von wertvoll bis schädlich

Abwasser besteht nur zu einem Prozent aus Schmutz, 99 Prozent sind Wasser. Hier kann zwischen verschiedenen Abwassertypen unterschieden werden.

Schwarzwasser entsteht, wenn wir auf Toilette gehen. Es enthält nur menschliche Ausscheidung und ist damit eigentlich sehr wertvoll.
Auch Gelbwasser hat hohes Potenzial, denn es besteht nur aus Urin und Wasser. Somit ist es ein rein natürliches Produkt, dass zum Beispiel durch Trenntoiletten gesammelt und verwertet werden kann.

Das funktioniert mit Grauwasser nicht mehr. Dieses Wasser wurde durch das Waschen von Geschirr, Körpern oder Kleidung verunreinigt. Die Verschmutzung des Wassers ist mäßig stark, daher kann es relativ leicht wieder aufbereitet werden.

Zu nicht so guter Letzt gibt es das Braunwasser, in dem Kot, Urin, Grauwasser und Toilettenpapier zusammenfinden. Die Aufbereitung ist dementsprechend kompliziert.
 

Aus dreckig mach sauber – Der lange Weg der Wasserreinigung

So ganz futsch ist das verunreinigte Wasser ja erst mal nicht. Es landet in der Kläranlage. Hier durchläuft es mehrere Klärungsprozesse.

Zuerst geht es an die mechanische Reinigung durch Gitter und Siebe, die groben Schmutz entfernen. Erste Stoffe setzten sich am Boden ab.

Im Vorklärbecken wird der Wasserfluss verringert, so sinken auch die feinsten Schmutzteile auf den Grund. Öle und Plastik setzen sich in diesem Schritt auf der Wasseroberfläche ab und können abgeschöpft werden.

© Ivan Bandura on Unsplash

Jetzt folgt die biologische Reinigung durch schmutz-hungrige Bakterien und Algen.

In großen Kläranlagen folgt jetzt noch ein letzter Schritt: Durch die Zugabe von chemischen Lösungen werden auch noch die letzten Schadstoffe gebunden.

Im Nachklärbecken werden die Abfallprodukte, der Belebtschlamm, vom gereinigten Wasser getrennt und entfernt.

Ziemlich sauber, aber noch lange nicht ökologisch


Nach der Klärung ist das Wasser zu 97% schmutzfrei und damit sauber genug, um in den natürlichen Wasserkreislauf gegeben zu werden. Der Rest ist der Natur überlassen. So gelangen leider auch immer wieder Rückstände von Medikamenten und Mikroplastik in Gewässer.

Das ganze Verfahren zieht natürlich auch unheimlich viel Strom. Experten schätzen, dass Kläranlagen bis zu 3% des weltweiten Stroms verbrauchen. Vor allem das Belüftungssystem und die Pumpen sind Energiefresser.

Hinzu kommt, dass zusätzliches Wasser bei dem Klärprozess verbraucht wird.

Weniger ist mehr - Wasser ist keine endlose Ressource

Wenn wir jetzt auch noch darauf schauen, dass Wasser durch den Klimawandel regional immer mal wieder knapp wird, dann wird schnell klar, dass dieses System nicht ideal ist. Denn es wird Wasser verschwendet, dass im Zweifel lieber als Trinkwasser verwendet werden sollte. 

Kildwick Toilet Week 2021_2© Kildwick/Florian Manhardt

Im Angesicht der Ressourcenknappheit arbeiten bereits einige Unternehmen an effektiven und nachhaltigen Toilettenspülungen. Insbesondere Japan zeigt sich hier als Vorreiter. So soll  zum Beispiel der „Tornado Flush“ von TOTO durch seine kraftvolle Spültechnik weniger Wasser verbrauchen. Weitere Studien beschäftigen sich damit, wie man Nährstoffe aus dem Abwasser herausfiltern und sinnvoll weiterverwenden könnte.

Dabei kann die Lösung noch viel einfacher sein. Eine Trockentrenntoilette verbraucht so gut wie gar kein Wasser (außer für die regelmäßige Reinigung) und ermöglicht es zusätzlich die wertvollen Rohstoffe, die unsere Ausscheidungen beinhalten, einfach und ohne große Technik nutzbar zu machen.

Jede Person in Deutschland verbraucht durchschnittlich 35 l Wasser pro Tag. Das klingt nicht viel, aber summiert sich schnell auf.

Selbst wenn eine Trockentrenntoilette nur im Urlaub verwendet wird, beispielsweise im Camper oder Van, so kann eine vierköpfige Familie in 14 Tagen bereits knapp 2.000 Liter Wasser sparen.

Wir feiern jeden gesparten Tropfen! Also lass es uns gemeinsam angehen und jeden Tag diese wertvolle Ressource schützen.

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Zusammen können wir das Toilettensystem revolutionieren!