Was ist eine Trockentrenntoilette?

02.04.2020 11:36

Was eine Trockentrenntoilette ist und warum auch du eine brauchst …

Die zwei Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden: Was ist eine Trockentrenntoilette und wie funktioniert diese? Das sind absolut berechtigte Fragen, die wir euch gleich ausführlicher beantworten werden.  Kurz gefasst könnte man zunächst sagen: Trockentrenntoiletten sind innovative wie nachhaltige Toilettenalternativen, die ganz ohne Chemie und Wasser auskommen und die somit auch deine Unabhängigkeit fördern.

Wie funktioniert so eine Trockentrenntoilette eigentlich?

Das Prinzip einer Trenntoilette ist tatsächlich mehr als einfach! Das Wort Trockentrenntoilette sagt schon viel über die Funktionsweise aus, aber zerlegen wir dieses etwas holprige Wort doch einmal in seine Bestandteile:

  • Trocken – heißt, es funktioniert ganz ohne Wasser
  • Trenn –  bedeutet, es wird etwas getrennt (nämlich das Feste vom Flüssigen)
  • Toilette – das brauchen wir wohl keinem erklären, oder? :-)

Die menschlichen Ausscheidungen werden bei einer Trockentrenntoilette mithilfe eines speziellen Trenneinsatzes voneinander getrennt. Dieser Trenneinsatz wird oft auch als Separator bezeichnet oder im Englischen als Diverter.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen WC oder einer Chemietoilette, bei denen beide Ausscheidungen – Urin und Kot – zusammen mit Wasser und ggf. chemischen Zusätzen aufgefangen bzw. abgeleitet werden, kommt einem der Separator im ersten Moment wohl etwas seltsam vor.

Der Einsatz ist dabei in zwei Bereiche aufgeteilt. Es gibt das vordere Element, durch den der Urin abgeleitet wird, und, durch einen Steg getrennt, eine Öffnung für den Stuhl (oft einfacherweise als Feststoff bezeichnet).

Der Urin wird bei einer Trockentrenntoilette in einen Kanister geleitet, der sich direkt unter der Öffnung oder auch extern befinden kann. Die festen Stoffe fallen in einen Eimer.

Der entscheidende Vorteil bei der Trennung beider Ausscheidungen ist, dass dadurch kaum Geruch entsteht – ganz im Gegensatz zu einer einfachen Trockentoilette, bei der Flüssiges und Festes in einem einzigen Behältnis aufgefangen werden. Vielen Menschen ist das Plumpsklo noch ein Begriff und sicher ist es auch durch seinen unangenehmen Geruch in den Köpfen verankert. Genau diese strenge Belästigung unserer Nasen entfällt bei der Trockentrenntoilette.

Der folgende einfache Querschnitt zeigt dir, wie eine TTT – unsere Abkürzung für Trockentrenntoilette – im Normalfall aufgebaut ist.

Die drei Hauptbestandteile sind:

  • der Trenneinsatz
  • der Urinkanister
  • der Feststoffbehälter

Damit deine TTT auch genauso bequem und komfortabel wie eine herkömmliche Wassertoilette ist, benötigst du zusätzlich noch einen Korpus und einen Sitz bzw. eine Toilettenbrille.

Bei einer TTT gilt: Bitte im Sitzen pinkeln!

Der Trenneinsatz ist so konzipiert, dass er nur richtig funktioniert, wenn du sitzt.

Eine Toilette ohne Wasser? Geht das überhaupt?

Ja, es geht! Egal, um welche Form von Trocken- oder Komposttoilette es sich handelt – sie kommen ganz ohne eine Wasserspülung aus.

Bei der Trennung mittels Separator gelangt der Urin durch den trichterförmigen Abfluss in den dafür vorgesehenen Kanister. Auch hier muss nicht mit Wasser nachgespült werden.

Deine Feststoffe fallen (so ist es natürlicherweise von der Schwerkraft vorgeben) in den passenden Behälter. Dieser ist mit einer Tüte und Einstreu bestückt. Hierbei wird ebenfalls kein Wasser zum Spülen benötigt.

Der unglaublich große Vorteil bei Trenntoiletten: Du sparst bei jedem Toilettengang Unmengen an wertvollem Trinkwasser. Für deinen Camper, Van oder dein Hausboot bedeutet das außerdem, dass kein fäkal- oder chemiebelastetes Schwarzwasser entsteht, das energieaufwendig aufbereitet werden müsste. Du sparst also Wasser, Geld und tust unserer Umwelt auch noch einen großen Gefallen!

Eine Toilette ohne chemische Zusätze!

 Immer mehr Menschen ersetzen ihre chemischen Toiletten im Garten- oder Campingbereich durch Trenntoiletten. Die Trennung von Urin und Kot verhindert die Geruchsbildung und folglich benötigst du auch keine Chemiezusätze für deine Hinterlassenschaften.

Chemische Substanzen werden bei herkömmlichen Campingtoiletten zugesetzt, damit unangenehme Gerüche unterdrückt werden, eine Desinfektion stattfindet, sich die Hinterlassenschaften samt Toilettenpapier zersetzen und die Entleerung der Auffangkassette somit leichter funktioniert.

Aber wohin mit dieser Fäkal-Chemie-Brühe? Vor genau diesem Problem stehen die meisten Besitzer eines solchen Throns. Denn die Entleerung darf nur an den entsprechenden Entsorgungsstationen erfolgen. Viele Camper und Wohnmobilisten nutzen die Gelegenheit während des Aufenthalts auf einem Campingplatz. Beim Einsatz in einem Kleingarten wird es mit der Entsorgung dann aber schon schwieriger.

Und eine Trockentrenntoilette stinkt wirklich nicht?

Nein, definitiv nicht. Tatsächlich bildet sich der typisch unangenehme Toilettengeruch nur bei der Vermischung von Flüssigem und Festem! Wenn Urin den Körper verlässt, dann ist er im Regelfall steril, also frei von Bakterien und er riecht nicht.*

Deine festen Hinterlassenschaften sind ebenfalls geruchsfrei, wenn sie getrocknet sind. Durch die Separation und durch die Zugabe von Einstreu trocknet der Kot sehr schnell.

Dank dieser tollen Trennmethode hast du also eine Toilette, die ganz ohne Gestank, Wasser und Chemie auskommt.

*Durch gewisse Nahrungsmittel oder Alkohol kann Urin seinen Geruch verändern.

Und wie entsorge ich meine Hinterlassenschaften bei einer Trockentrenntoilette?

Die Schwierigkeit der Entsorgung, wie man sie beispielsweise bei Chemietoiletten kennt, entfällt und du wirst erstaunt sein, wie einfach es ist.

Letztlich fallen ja nur zwei Stoffe an, um die du dich kümmern musst:

Da beides völlig natürliche Stoffe sind, ist die Entsorgung denkbar simpel!

Den Urin kannst du mithilfe des Kanisters gesammelt in jedem WC entsorgen. Entweder an einer Rast- oder Tankstelle, aber auch in den eigenen vier Wänden.

Verdünnt mit Wasser kannst du das Flüssige zudem als Dünger in deinem Garten verwenden.*

Dein Feststoffbehälter sollte mit einer Tüte bestückt sein, die den Kot und die Einstreu hygienisch sicher auffängt. Wenn diese Tüte nun bis zu einem gewissen Punkt gefüllt ist und du sie entleeren möchtest, dann solltest du sie gut verschließen und in den normalen Hausmüll (graue Tonne) geben.

Die Mischung aus Kot und ökologischer Einstreu lässt sich übrigens auch hervorragend kompostieren.*

Klar, dass beide Auffangbehälter regelmäßig gereinigt werden sollten – aber das fällt sowohl bei einem WC als auch bei einer chemischen Toilette an. Also kein zusätzlicher Aufwand für dich.

Fazit

  • du verbrauchst kein wertvolles Trinkwasser
  • es entsteht kein Schwarzwasser, das speziell entsorgt werden müsste
  • du benötigst keine chemischen Zusätze
  • beide Ausscheidungen sind stressfrei zu entsorgen
  • leichte und unkomplizierte Reinigung


Maximale Freiheit für dich!

*Bitte beachte: Wenn du Fäkalien kompostieren möchtest oder als Dünger einsetzt, dann informiere dich bitte vorher, was dabei zu beachten ist. Solltest du ein Pachtgartenbesitzer sein, dann frag bei deinem Vorstand nach, ob der Einsatz menschlicher Hinterlassenschaften erlaubt ist.

Urin sollte zudem nie in Wasser- oder Naturschutzgebieten entsorgt werden.

Danke, dass du die Spielregeln der Natur beachtest. :-)