Das neue Reisen: Was die wachsende Vanlife-Community bedeutet

05.12.2021 08:00

©Vanlust

Er bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als Vanlüstling – Marcus alias Mogli ist die Stimme und das Gesicht des Vanlust-Blogs und des seit 2017 erscheinenden ersten deutschsprachigen Vanlife-Podcasts. In unserem Interview berichtet er über das Camper-Life im Wandel und warum Rücksicht ein rares – und wertvolles – Gut geworden ist.

Marcus, wie hat denn die Pandemie das Vanlife, deine Art, zu leben und zu reisen verändert?


Puh, das ist eine gute Frage. Das Vanlife an sich hat es insofern verändert, dass mehr Menschen ihre Liebe zum Campen wiederentdeckt haben und ihr eigenes Land wieder erkunden. Dies bedeutet aber auch: mehr Menschen auf einem Fleck.

Mein Leben bzw. meine eigenen Reisen haben sich durch die aktuelle Situation so verändert, dass  ich stationärer bin. Und wenn ich unterwegs bin, bin ich dann doch eher auf Alternativen zum Freistehen zu finden. Beispielsweise ist Landvergnügen eine tolle Sache.


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Wie hat sich die Vanlife-Community unabhängig davon in den letzten Jahren verändert? 


Ganz klar, die Szene ist extrem stark gewachsen. Als ich Anfang 2016 mit meinem Bus losgefahren bin, gab es bereits Vanlifer bzw. Camper. Aber durch die Sozialen Medien sind in den letzten Jahren die Zahlen nochmals extrem gestiegen.

Dementsprechend gibt auch aber auch viele Menschen, die die ungeschriebenen Gesetze der Szene nicht kennen. Aber nicht nur die “Anfänger”, sondern auch viele andere missachten diese Gesetze gern mal, was wiederum zu viel Unmut untereinander und auch zu viel Unmut in den höheren Ebenen führt. So reagieren beispielsweise Regionen und Länder mit Beschränkungen und Schließungen von Plätzen. Bei einer wachsenden Zahl an Nutzern und Campern ist es aber keine gute Idee! 

Würdest du sagen, das Erlebnis Vanlife öffnet den Menschen die Augen gegenüber den Umweltthemen stärker und nachhaltiger als das „normale“ Leben zuhause? Und warum?

Ich persönlich glaube, es liegt ganz einfach daran, dass wir uns als Camper/Vanlifer mehr in der Natur bewegen und gleichzeitig uns auch mehr mit uns selbst beschäftigen. Im “normalen” Leben sind wir eingespannt und nehmen uns keine Zeit für uns und alles um uns herum.

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Du bist Autor der „10 Gebote für Camper“. Was hat dich bewegt, diese zu verfassen – und hat sich da etwas in den letzten Jahren im Bewusstsein der Leute verändert?

Die “10 Gebote für Camper” haben wir von Vanlust im Sommer 2020 kreiert, da wir gemerkt haben, dass die Mehrnutzung und die Veränderung der Szene zu viel Unmut geführt hat. Dieser Unmut geht soweit, dass Plätze geschlossen oder beschränkt werden und Camping so einfach nicht mehr so entspannt ist, wie es sein sollte.

Somit haben wir uns berufen gefühlt, die ungeschriebenen Gesetze der Camper zu notieren und unter die Leute zu bringen. Langfristig wollen wir damit erreichen, wieder mehr Leichtigkeit in die Szene zu bringen und ebenso in der Politik einen Einfluss zu haben. Heißt, wir wollen mit großen Herstellern kooperieren und auch in den Kommunen was bewegen. Wir glauben einfach, dass die Lösung, alles zu schließen und zu verbieten, nicht die richtige Lösung ist. Es müssen Alternativen erschaffen und kreiert werden.

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Wenn sich also jeder nur ein wenig mehr an die “10 Gebote für Camper” hält und sie mit seinen Freunden und Nachbarn teilt, dann werden wir merken, wie harmonisch es sein kann.

Danke, lieber Mogli! Weiterhin viel Spaß und Erfolg auf deinen Reisen.

P.S. Kennt Ihr schon die MiniLoo-Vanlust-Edition, die wir zusammen mit Mogli kreiert haben? Vom 13.-19. Dezember verlost Mogli ein MiniLoo-Vanlust-Edition für einen guten Zweck.
Die Aktion wird euch zunächst in einer neuen Vanlust-Podcastfolge vorgestellt. Über ein Kontaktformular auf der Vanlust-Seite könnt ihr dann ein Angebot abgegen und entscheiden, für welchen guten Zweck ihr euer Geld spenden wollt.
Wer der glückliche Empfänger dieser Spende sein wird, berichten wir euch kurz in unserem nächsten Beitrag über das kreative DIY-Toiletten-Projekt von Moglis Papa Jens.

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