Der Wasserkreislauf & die Klimaveränderung

08.09.2020 09:33

Dieser Blogbeitrag entstammt der Feder unserer Praktikantin Anna (16 Jahre), die ein Schülerpraktikum bei uns absolvierte und viel über Nachhaltigkeit und den Umgang mit unseren Ressourcen gelernt hat.

Ein Wasserfall

Vielleicht ärgert dich ein verregneter Tag nicht mehr, wenn du weißt, dass das verdammt wichtig ist. In den letzten Jahren bekommen wir auch in Deutschland die Klimaveränderung immer deutlicher zu spüren. Die Sommer sind sehr heiß und trocken. Im Sommer 2019 hat es in Leipzig, meiner Heimatstadt, nur ungefähr die Hälfte vom Durchschnittswert geregnet! Ein spürbares Zeichen für die Klimaveränderung. 

Man bezeichnet die Klimaveränderung als eine weltweit auftretende Veränderung, die vor allem durch die Menschheit verursacht wird. Immer mehr Treibhausgase, CO2 und Methan (vor allem durch Massentierhaltung, Landwirtschaft und Industrie) erwärmen die Atmosphäre. 

Die dramatischen Folgen sind:

  • die Gletscher schmelzen
  • die Klimazonen verschieben sich
  • der Meeresspiegel steigt
  • die Niederschläge verändern sich, werden stärker, häufiger oder weniger
  • Zunahme von Extremwettern, wie Überschwemmungen, Stürme und Dürren
  • Ausbreitung von Parasiten und tropischen Krankheiten 
  • Vermehrung von Umweltflüchtlingen

Alles in allem werden diese Folgen auch als Klimakatastrophe bezeichnet!

Auch der globale Wasserkreislauf hat sich erheblich verändert. Der Klimawandel sorgt für eine globale Erderwärmung, sodass die Meere mehr Wasser verdampfen. Das führt zu mehr und stärkeren Stürmen und Niederschläge über Land. Dadurch wird, aller Voraussicht nach, der Wasserkreislauf beschleunigt: Die Flüsse schwellen an und führen wieder mehr Wasser in die Ozeane. 

Was versteht man unter dem globalen Wasserkreislauf eigentlich? 

Man versteht unter dem globalen Wasserkreislauf den Transport und die Speicherung des Wassers auf dem gesamten Globus. Aber was genau bedeutet das? Zuerst verdunstet das Wasser durch die Sonneneinstrahlung von Ozeanen, Seen und Wasseroberflächen und steigt als Wasserdampf in die Atmosphäre auf. Kleine Wassertröpfchen sammeln sich dort und bilden die Wolken. Durch den Wind werden die Wolken weitergeleitet. Beim nächsten Niederschlag kommt das Wasser zurück auf die Erde, egal ob als Regen,  Schnee oder Hagel. Der Motor des Wasserkreislaufs ist die Sonne und es geht im gesamten Kreislauf kein Wasser verloren. 

Und so ist es jeden Tag. Es ist ein sich immer wiederholender Prozess und das ist auch verdammt wichtig. Der Ozean ist der größte Wasserspeicher der Erde. Den Wasserkreislauf gibt es auch schon immer, aber er hat sich auch immer verändert. Der Wasserkreislauf und die damit verbundene Wasserverfügbarkeit ist besonders wichtig für die gesamte Natur, einschließlich des Menschen. 

Die Erwärmung intensiviert den Wasserkreislauf & die Folgen

Im Allgemeinen wird durch die globale Erwärmung der Wasserkreislauf intensiviert, das heißt, es werden global mehr Niederschläge fallen und mehr Wasser wird verdunsten. Die regionalen und teilweise auch die jahreszeitlichen Unterschiede sind jedoch bedeutend.

Eigentlich müsste es durch die Klimaerwärmung also mehr regnen, da durch die höhere Temperatur auch mehr Wasser als Dampf in die Atmosphäre aufsteigt. Doch die Niederschläge verteilen sich nicht auf der ganzen Welt gleichmäßig, sondern konzentrieren sich in sowieso schon feuchten Gebieten, wie auf der oberen Nordhalbkugel und unteren Südhalbkugel, sowie rund um den Äquator. In schon trockenen Regionen, wie dem Mittelmeerraum und Nordafrika, regnet es dagegen weniger. Die Folgen sind Missernten, Waldbrände und Klimaflüchtende, durch extreme Dürren in einigen Regionen und Überschwemmungen in anderen. In den Wintern wird es bei uns wahrscheinlich mehr Niederschläge geben und im Sommer dafür weniger. In einigen Regionen wird es überhaupt kein Wasser mehr zum Leben und zur Landwirtschaft geben, wohin gegen in anderen Regionen alles unter Wasser steht.

Ein vertrocknetes Getreidefeld.

Das Wasser aus der Leitung ist Luxus

Es ist schon kaum vorstellbar, viele Menschen laufen nur drei Schritte für frisches Trinkwasser und andere Stunden. Viele Menschen laufen Stunden oder sogar Tage lang für Wasser und dann meistens nicht einmal für einen Liter. In vielen Ländern gibt es kein Trinkwasser zuhause und keine Leitungen. Es gibt keine Wasserversorgung vom Staat oder Gemeinden, keine Brunnen und saubere Bäche oder Flüsse in der Nähe. Durch die Klimaveränderung wird das noch schlimmer.

Wassermangel durch Obst & Gemüse Exporte

Worüber ich mir nie Gedanken gemacht habe, ist die Tatsache, wie sich das Wasser durch unser Essverhalten verlagert. Viele unserer täglich konsumierten Obst- und Gemüsesorten werden nicht in Deutschland, sondern im Ausland angebaut. Erdbeeren zum Beispiel kommen zu einem Drittel aus Spanien. Genauso wie viele andere Gemüsesorten auch: Salatgurke, Paprika, Tomaten und vieles mehr. Dadurch, dass wir in Deutschland das ganze Obst und Gemüse essen, scheiden wir das darin enthalten Wasser in unsere Kanalisation aus und das Wasser ist dann bei uns. In den Anbauregionen fehlt es in den letzten Jahren an Regen und das Grundwasser sinkt. Der Wassermangel bedroht das Ökosystem und das liegt vor allem an der übermäßigen Landwirtschaft.

Ein Hund riecht an verschiedenen exotischen Früchten

31.000 Hektar mit Plastik-Kopf

In der Region Almeria in Süd-Spanien sind 31.000 Hektar Landfläche von Plastikfolien, Pavillons und Gewächshäusern überzogen. Diese Bilder kannst du auch im Internet sehen. Almeria versorgt Europa mit Gemüse, doch in der Region ist das Wasser knapp. Sie gilt als trockenste Region Europas. Trotzdem wird hier Obst und Gemüse in Massen angebaut und die Arbeiter*innen, meist Einwanderer aus Afrika, ausgebeutet, schlecht bezahlt und in Zeltstädten untergebracht.

Was kannst du tun?

Es gibt einen ganz einfachen Tipp, wie du dem Wassermangel in den trockenen Ländern entgegenwirken kannst: kaufe nur regionales und saisonales Obst und Gemüse und keines aus exportierenden Ländern, die sowieso wenig Wasser haben, wie Marokko oder Israel. Das heißt auch, dass du keine Erdbeeren oder Tomaten mehr im Dezember kaufen sollst. Denn das sind Früchte aus sehr warmen Ländern, die in dieser Jahreszeit bei uns nicht wachsen. Am besten legst du dir einen Saisonkalender zu und hängst ihn in die Küche. Auch Fleisch braucht Unmengen an Wasser, denn die Tiere müssen trinken und ihr Futter angebaut und bewässert werden. Für 1 Kilo Rindfleisch benötigt man rund 15.000 Liter Wasser, für 1 Kilo Kartoffeln nur 106 Liter. Als Veganer oder Vegetarier sparst du also so richtig viel Wasser. Wenn du nicht ganz auf Fleisch verzichten möchtest, dann reduziere einfach den Konsum. Damit trägst du auch einen großen Teil dazu bei, unnötig Wasser zu verschwenden. 

Ein weiterer Tipp von mir: Mit Komposttoiletten kann man auch jede Menge wertvolles Trinkwasser sparen. Bei der Verwendung von Trockentrenntoiletten braucht man kein Wasser. Bevor ich mein Praktikum bei Kildwick begonnen habe, machte ich mir nie Gedanken darüber, wieviel Wasser bei einem Toilettengang einfach so runtergespült wird und sehr aufwendig aufbereitet werden muss. 

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